Snapshots einfach erklärt: Was sie sind, wie sie funktionieren und wann sie sinnvoll sind

Snapshots sind eine praktische Möglichkeit, Dateien, Ordner oder ganze Systeme auf einen früheren Zustand zurückzusetzen. Sie helfen beispielsweise dann, wenn versehentlich Daten gelöscht, Dateien verändert oder Updates fehlerhaft durchgeführt wurden.

Dabei sind Snapshots schnell erstellt und benötigen anfangs meist nur wenig zusätzlichen Speicherplatz. Trotzdem ersetzen sie kein vollständiges Backup.

Was ist ein Snapshot?

Ein Snapshot ist eine Momentaufnahme eines Datenbestands zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Er hält fest, wie Dateien, Ordner oder ein System in diesem Moment ausgesehen haben. Später kann dieser frühere Zustand wieder geöffnet oder wiederhergestellt werden.

Ein Snapshot lässt sich mit einem Foto vergleichen: Das Foto zeigt den Zustand eines bestimmten Augenblicks. Spätere Veränderungen sind darauf nicht zu sehen.

Snapshots können beispielsweise für folgende Bereiche erstellt werden:

  • gemeinsam genutzte Ordner,
  • Dokumente und Projektdateien,
  • Speicherbereiche auf einem NAS,
  • virtuelle Maschinen,
  • Server und Anwendungen.

Wie funktioniert ein Snapshot?

Beim Erstellen eines Snapshots werden normalerweise nicht sofort alle Daten vollständig kopiert.

Stattdessen merkt sich das Speichersystem, welche Datenblöcke zu diesem Zeitpunkt zum Datenbestand gehören.

Solange sich die Daten nicht verändern, nutzen der aktuelle Datenbestand und der Snapshot weitgehend dieselben Datenblöcke.

Erst wenn eine Datei geändert oder gelöscht wird, muss der frühere Zustand für den Snapshot erhalten bleiben. Die neue Version wird separat gespeichert, während der Snapshot weiterhin auf die ursprünglichen Daten verweist.

Vereinfacht bedeutet das:

  1. Ein Snapshot wird erstellt.
  2. Der aktuelle Zustand wird festgehalten.
  3. Unveränderte Daten werden weiterhin gemeinsam genutzt.
  4. Änderungen werden zusätzlich gespeichert.
  5. Der frühere Zustand bleibt über den Snapshot erreichbar.

Was bedeutet „Delta“?

Als Delta bezeichnet man den Unterschied zwischen dem früheren und dem aktuellen Datenstand.

Ein Snapshot speichert das Delta jedoch nicht unbedingt als eigene Datei. Bei modernen Dateisystemen werden vielmehr die alten Datenblöcke erhalten, während Änderungen in neuen Blöcken gespeichert werden.

Der zusätzliche Speicherverbrauch entsteht daher hauptsächlich durch:

  • geänderte Dateien,
  • gelöschte Daten,
  • neu geschriebene Datenblöcke,
  • mehrere unterschiedliche Datenstände.

Je mehr sich nach dem Erstellen eines Snapshots verändert, desto mehr Speicherplatz kann der Snapshot benötigen.

Ein einfaches Beispiel

Auf einem Speicher liegt eine Datei mit einer Größe von 10 Gigabyte.

Wird ein Snapshot erstellt, werden nicht automatisch weitere 10 Gigabyte benötigt. Der Snapshot verweist zunächst auf dieselben Daten wie der aktuelle Datenbestand.

Wird später nur ein kleiner Teil der Datei verändert, müssen nur die ursprünglichen und die neuen Datenblöcke dieses Bereichs erhalten bleiben.

Schreibt das verwendete Programm die gesamte Datei neu, kann der zusätzliche Speicherverbrauch allerdings deutlich größer ausfallen.

Wann sind Snapshots sinnvoll?

Snapshots sind besonders hilfreich, wenn Daten häufig verändert werden und eine schnelle Wiederherstellung möglich sein soll.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • versehentlich gelöschte Dateien,
  • unerwünschte Änderungen an Dokumenten,
  • beschädigte oder überschriebene Dateien,
  • fehlerhafte System- oder Softwareupdates,
  • Tests an virtuellen Maschinen,
  • Änderungen an Servern und Anwendungen,
  • Schutz vor bestimmten Folgen von Schadsoftware.

Vor größeren Änderungen kann ein Snapshot als kurzfristiger Rückkehrpunkt dienen. Funktioniert das Update oder die Anpassung nicht wie erwartet, lässt sich häufig wieder auf den vorherigen Zustand zurückkehren.

Wann sind Snapshots weniger sinnvoll?

Nicht jeder Datenbereich benötigt Snapshots.

Weniger sinnvoll sind sie häufig für:

  • temporäre Dateien,
  • Cache-Verzeichnisse,
  • Downloadordner,
  • leicht erneut beschaffbare Daten,
  • große Dateien, die sich ständig vollständig verändern,
  • Daten, die bereits an anderer Stelle sicher gespeichert werden.

Bei stark veränderten Datenbeständen können Snapshots schnell viel Speicherplatz belegen.

Was passiert mit gelöschten Dateien?

Wird eine Datei gelöscht, kann sie in einem älteren Snapshot weiterhin vorhanden sein.

Deshalb wird der belegte Speicherplatz nach dem Löschen möglicherweise nicht sofort freigegeben.

Solange ein Snapshot noch auf die ursprünglichen Datenblöcke verweist, müssen diese erhalten bleiben. Erst wenn kein Snapshot und kein aktueller Datenbestand sie mehr benötigt, kann der Speicherplatz freigegeben werden.

Wie werden Daten aus einem Snapshot wiederhergestellt?

Je nach System gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Einzelne Dateien zurückholen

Ein Snapshot kann häufig wie ein älterer Ordnerstand geöffnet werden. Einzelne Dateien oder Verzeichnisse lassen sich anschließend zurückkopieren.

Früheren Zustand separat öffnen

Manche Systeme können einen Snapshot als getrennten Datenbereich bereitstellen. Dadurch lässt sich der frühere Zustand prüfen, ohne aktuelle Daten zu überschreiben.

Vollständiges Zurücksetzen

Bei einem vollständigen Rollback wird der aktuelle Datenbestand auf den früheren Zustand zurückgesetzt.

Dabei können alle Änderungen verloren gehen, die nach dem Snapshot entstanden sind. Deshalb sollte ein vollständiges Rollback nur mit Bedacht durchgeführt werden.

Sind Snapshots ein Backup?

Nein. Ein Snapshot ersetzt kein Backup.

Snapshots befinden sich häufig auf demselben Speichersystem wie die Originaldaten. Fällt dieses System vollständig aus, können sowohl die aktuellen Daten als auch die Snapshots verloren sein.

Snapshots schützen hauptsächlich vor:

  • versehentlichem Löschen,
  • unerwünschten Änderungen,
  • fehlerhaften Updates,
  • bestimmten logischen Problemen.

Ein getrenntes Backup schützt zusätzlich vor:

  • einem Defekt des gesamten Speichersystems,
  • Diebstahl,
  • Feuer- oder Wasserschäden,
  • Überspannung,
  • vollständigem Datenverlust,
  • kompromittierten Administrationszugängen.

Die beste Absicherung besteht deshalb aus Snapshots und einem zusätzlichen Backup auf einem anderen System.

Was sollte man bei Snapshots beachten?

Snapshots sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Wichtig sind insbesondere:

  • ausreichender freier Speicherplatz,
  • eine sinnvolle Aufbewahrungsdauer,
  • automatische Bereinigung alter Snapshots,
  • regelmäßige Wiederherstellungstests,
  • ein zusätzliches getrenntes Backup.

Snapshots können anfangs sehr klein sein, aber durch viele Änderungen stark wachsen. Deshalb sollte der Speicherverbrauch überwacht werden.

Fazit

Snapshots sind Momentaufnahmen eines früheren Datenstands.

Sie ermöglichen es, Dateien, Ordner oder ganze Systeme schnell auf einen älteren Zustand zurückzusetzen. Dabei werden normalerweise nicht alle Daten vollständig kopiert. Unveränderte Daten werden gemeinsam genutzt, während Änderungen zusätzlichen Speicherplatz benötigen.

Snapshots sind besonders sinnvoll:

  • vor Updates und größeren Änderungen,
  • bei häufig bearbeiteten Daten,
  • für die schnelle Wiederherstellung gelöschter Dateien,
  • als kurzfristiger Rückkehrpunkt.

Sie sind jedoch kein Ersatz für ein getrenntes Backup.

Die sinnvollste Lösung besteht aus einer Kombination aus:

  • Snapshots für die schnelle Wiederherstellung,
  • einem Backup auf einem anderen System,
  • regelmäßigen Kontrollen und Wiederherstellungstests.
Andreas Behl
Andreas Behl

Andreas Behl ist Inhaber von nohandicap multimedia. und spezialisiert auf verständliche, sichere IT-Lösungen für Privatkunden und KMUs. In seinem Blog teilt er praxisnahes Wissen, erklärt Technik einfach und zeigt Lösungen, die im Alltag wirklich funktionieren.